Abschied von Bourdieu?: Perspektiven ungleichheitsbezogener by Rolf-Torsten Kramer

By Rolf-Torsten Kramer

Seit den PISA-Studien wird die Problematik der Bildungsungleichheit so intensiv wie nie beforscht und diskutiert: dennoch bleiben große Erklärungslücken. was once sind die Mechanismen der Herstellung der Bildungsungleichheit? Diese Frage wird aktuell besonders über rational-choice-Modelle zum elterlichen Entscheidungsverhalten zu beantworten versucht. Eher selten finden sich Bezüge auf Pierre Bourdieu, der dazu überzeugende Thesen bereits Anfang der 1970er Jahre vorgelegt hat. Der Band versucht an dieses Erbe für die empirische Bildungsforschung wieder anzuschließen. Dazu werden Rezeptionslinien und theoretische Konzepte Bourdieus aufgearbeitet und deren Aufnahme in der aktuellen Bildungsforschung diskutiert. Über einzelne Studien und eigene empirische Analysen wird das Potenzial der Bourdieuschen Thesen untermauert und ein erweitertes Forschungsprogramm skizziert.

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Sie stehen vor allem jenen Akteuren und Gruppierungen zur Verfügung, die innerhalb des sozialen Raums dominante, privilegierte Positionen einnehmen und als autorisierte Akteure symbolischer Gewalt anerkannt sind (vgl. 3). Umgekehrt ist die besondere Sichtweise eines einzelnen Akteurs, die von einem partikularen Standpunkt und einer partikularen Stellung ausgeht, zu lediglich einseitigen Akten der Benennung und Beschimpfung befähigt, „die um so weniger anerkannt werden, also um so ohnmächtiger sind, ihre genuine symbolische Wirksamkeit auszuüben, je weniger ihre Autoren … autorisiert sind“ (Bourdieu 1995, S.

9). Die Konzeption des „sozialen Raums“ beinhaltet nun zunächst ‚nur’, dass soziale Akteure oder Gruppierungen „anhand ihrer relativen Stellung innerhalb dieses Raums definiert“ werden (können) (Bourdieu 1995, S. 10; Hervorhebung im Original). Jeder einzelne oder jede Gruppierung hat damit eine ganz bestimmte („und nur diese“) Stellung innerhalb des sozialen Raumes inne, mit bestimmbaren Näheverhältnissen zu anderen sozialen Akteuren und Gruppen (vgl. ). Es „existiert“ also ein Raum von Beziehungen im Sinne von Relationen und Abständen – oben und unten, nah und fern, vertraut und fremd etc.

Die begriffliche Fassung bei Honneth, der das symbolische dem ökonomischen Kapital gegenüberstellt, scheint mir hierbei nicht ganz treffsicher zu sein (vgl. Honneth 1999, S. 181), da letztlich auch das so genannte ökonomische Kapital zum Spieleinsatz und Trumpf nur auf der Grundlage seiner Anerkennung und Verbürgung werden kann. Die Konzeption des „sozialen Raums“ 43 zeigt haben, ergibt sich für die Anerkennung von inkorporiertem Wissen als Kapital sowie für die Frage des Anschlusses an das in sekundärer pädagogischer Arbeit (in der Schule) vermittelte kulturelle Kapital eine ungleiche Ausgangslage je nach sozialer Platzierung oder Schichtzugehörigkeit (vgl.

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